Heimatkreisgemeinschaft Troppau
Troppau / Opava
Geschichte

Geschichte


Troppau liegt nördlich der Mährischen Pforte, die bei Mährisch Weißkirchen/Hradnice den tiefsten Punkt (310 m) zwischen Altvatergebirge/Hruby Jesenik und Beskiden/Beskidy bildet. Über diese Einsattelung führte bereits in der Frühzeit ein wichtiger Handelsweg von der Donau entlang der March/Morava und Betschwa/Becva nach Nordosten bis zur Ostsee (Bernsteinstraße) und im Mittelalter die mährisch-polnische  Haupt- und Heerstraße Prag-Krakau.
 
Im Kampf der beiden slawischen Fürstenhäuser, der böhmischen Premysliden und der polnischen Piasten, um den oberen Oderraum gelingt es den Premysliden im Friedensschluss von von Glatz/Klodzko 1137 sich im nördlichen Vorfeld der Mährischen Pforte zu behaupten und dort die nach dem slawischen Stamm der Golensitzen benannte  ''provincia Holasicensis'' mit der Burg Grätz als Mittelpunkt zu errichten.

Zur Sicherung des Grenzlandes und zur Hebung seiner Wirtschaftskraft beginnt um das Jahr 1200 unter dem mährischen Premysliden-Markgrafen Heinrich Vladislav der planmäßige Landesausbau, der das Land von Grund auf verändert. Unter Mithilfe kirchlicher Institutionen, vor allem des Johanniter- und Deutschen Ordens und des Bistums Olmütz, später auch von lokalen Adeligen, werden deutsche Siedler aus dem baierisch-fränkisch-thüringischen Teil des Reiches, später auch aus Schlesien angeworben. Sie bringen eine verbesserte Art der Landwirtschaft (Dreifelderwirtschaft) und neue Formen des sozialen und rechtlichen Lebens ins Land. Zunächst werden die bestehenden Siedlungsinseln mit Gewannfluren aufgefüllt, später durch Rodung in den Waldgebieten neue Dörfer in der Waldhufenform angelegt. Innerhalb der neuen Siedlungsgebiete entwickeln sich als wirtschaftliche Mittelpunkte nach deutschem Recht gegründete Städte.

Die ältesten Stadtgründungen in der Holasitzer Provinz sind Troppau und Leobschütz vor 1200, Freudenthal vor 1213 und Jägerndorf vor 1253. Troppau wird 1195 erstmals unter dem lateinischen Namen Opavia in einer Urkunde erwähnt, 1224 als Stadt nach Magdeburger Recht. Seit 1204 besitzt der Deutsche Orden eine Niederlassung in Troppau und übernimmt 1216 das Patronat über die Hauptpfarre. Der baierisch- österreichische Name Troppow ist bereits 1237 urkundlich belegt, während der tschechische Name Oppawa, später Opava, erstmals nach den Hussitenkriegen 1434 auftaucht. Die erste nichtlateinische auf Troppau bezogene Urkunde von 1325, eine Verfügung des Premysliden-Herzogs Nikolaus II, ist in deutscher Sprache verfasst. Die ''provincia Holasicensis'' mit dem Hauptort Grätz wird nach dem Jahr 1240 ausschließlich ''provincia Opaviensis'' nach der neuen Hauptstadt Troppau genannt.

In der Zeit des Landesausbaus von 1200 bis 1320 entstehen im Troppauer Land 385 neue Dörfer sowie 36 Städte und Märkte. Die Bevölkerung wächst von etwa 5.500 auf etwa 60.000 Menschen, davon leben etwa 50.000 auf dem Land und etwa 10.000 in den Städten. Während zu Beginn des Ausbaus im Troppauer Land nur 9% des Bodens landwirtschaftlich genutzt worden waren, sind es am Ende um das Jahr 1320 fast 90%. Der Anteil der deutschen Zuwanderer an der städtischen Bevölkerung beträgt etwa 90%, an der bäuerlichen etwa 50%, wobei die Dörfer meist entweder rein tschechisch oder rein deutsch sind.

Als Folge der Zuwanderung aus Schlesien während des Landesausbaus wird die Troppauer Provinz immer mehr schlesisch geprägt. Im Jahr 1318 trennt der luxemburgische Böhmenkönig Johann das Troppauer Land an der Mohra-Oppa-Grenze von der Markgrafschaft Mähren ab und errichtet das Herzogtum Troppau, mit dem er Nikolaus II aus einer Seitenlinie der Premysliden belehnt. Das Herzogtum erhält eine eigene Verwaltung und Gerichtsverfassung und wird ein Bestandteil Schlesiens.

1377 wird das Herzogtum unter die 4 Söhne von Nikolaus II aufgeteilt. Den Hauptteil mit Troppau erhält Herzog Premko. Während des Aufstandes der kirchenreformerischen und deutschfeindlichen Hussiten in Böhmen fallen deren Heerscharen 1428 auch in Schlesien ein. Premko kann ihren Abzug aus seinem Land erkaufen. Das Troppauer Land bleibt zwar katholisch, muss aber die 4 Prager Artikel anerkennen und die tschechische Amtssprache einführen. Wegen der hohen Verteidigungsausgaben verarmt das Land und große Teile werden verpfändet oder verkauft.

1458 wählen die böhmischen Stände den Führer der gemäßigt hussitischen Utraquisten, Georg von Podiebrad, zum König von Böhmen. Er vereinigt den größten Teil des Troppauer Herzogtums wieder und belehnte damit seinen Sohn Viktorin. Papst Pius II erklärt 1466 König Georg zum Ketzer und exkommuniziert ihn. Daraufhin wählen die katholischen Stände 1469 den ''rechtgläubigen'' König von Ungarn, Matthias Corvinus, als  Böhmischen Gegenkönig. Matthias kann sich aber in Böhmen nicht durchsetzen. Nach dem Tod König Georgs 1471 wählen die böhmischen Stände den ebenfalls katholischen polnisch-litauischen Jagellonen Vladislav II als dessen Nachfolger und der Streit um die Böhmische Krone geht weiter. Durch einen Feldzug 1474, der das Oppaland schwer verwüstet, setzt Matthias seine Anerkennung als Böhmischer König zumindest in Schlesien durch und bringt bis 1485 fast die Hälfte Oberschlesiens, darunter alle Teile des Herzogtums Troppau, in seinen Besitz. Er übergibt das Herzogtum seinem Sohn Johann Corvinus.

Nach dem frühen Tod von König Matthias Corvinus 1490 ist Vladislav II alleiniger König von Böhmen und wird auch zum König von Ungarn gewählt. Der Sohn von Matthias, Johann Corvinus, verliert den Jägerndorfer Teil des Herzogtums Troppau und muss 1501 auch den verbliebenen Troppauer Teil verpfänden. Die Troppauer Stände erlegen 1511 die Pfandsumme und das Herzogtum untersteht danach unmittelbar der Böhmischen Krone. König Vladislav gibt den Troppauern das Versprechen, dass er und seine Nachfolger das Fürstentum nie veräußern oder verpfänden, sondern unter der direkten Verwaltung der Krone Böhmens behalten wollten. Der verlorene Teil des Troppauer Landes mit den Städten Jägerndorf und Leobschütz geht 1523 durch Kauf an den Markgrafen Georg von Brandenburg-Ansbach über und bildet danach das selbständige Herzogtum Jägerndorf. Damit erscheint erstmals das Haus Hohenzollern auf der schlesischen Bühne.
 
Auf den böhmisch-ungarischen König Vladislav II folgt sein Sohn Ludwig II, der 1526 in der Schlacht von Mohacs gegen die Türken fällt. Da er kinderlos ist, wählen die Böhmischen Stände 1526 gemäß den bestehenden Erbverträgen den  österreichischen Erzherzog, späteren deutschen König und römischen Kaiser aus dem Hause Habsburg, Ferdinand I, zum König von Böhmen. Die Habsburger bewahren die böhmische Königswürde danach über fast 400 Jahre bis 1918. Die Wahl des Habsburgers Ferdinand verstärkt die Bindung der Böhmischen Länder an das westliche Mitteleuropa. Der Gebrauch der deutschen Sprache in den Böhmischen Ländern nimmt nach einem Rückgang wieder zu.

Ab 1525 erfasst die lutherische Reformation Stadt und Land Troppau und verdrängt die katholische Konfession fast völlig. Um 1600 sind von 133 Pfarreien nur noch 19 in den Dörfern und 3 in den Städten im Besitz der katholischen Kirche. Die auf Befehl des Kaisers Rudolf II geschlossene Probsteikirche in Troppau wird von Protestanten gewaltsam geöffnet. Der Kaiser verhängt daraufhin 1604-1611 die Acht über die Stadt. Gegen den Willen der protestantischen Stände und unter Verletzung des Privilegs von König Vladislav II belehnt Kaiser Matthias 1614 den österreichisch-mährischen, betont katholischen Adeligen Carl von Liechtenstein mit dem Herzogtum Troppau.
 
1619 kommt es zur offenen Rebellion der protestantischen Stände in Böhmen und Schlesien. Der Herzog von Jägerndorf, Johann Georg von Brandenburg, wird Generaloberst der aufständischen schlesischen Truppen. Ein vereinigter Landtag erklärt König Ferdinand II für abgesetzt und wählt den Anführer der protestantichen Union, Friedrich V von der Pfalz, zum neuen König. Carl von Liechtenstein wird aller seiner Besitzungen für verlustig erklärt. In der Schlacht am Weißen Berg vor Prag im November 1620 siegt das katholische Heer Ferdinands und die protestantische Rebellion bricht zusammen. In Böhmen verlieren zahlreiche aufständische Adelige ihren Grundbesitz und 27 ihr Leben. Die schlesischen Adeligen erhalten, mit Ausnahme des brandenburger Herzogs von Jägerndorf, Generalpardon. Im übrigen werden die rechtlichen Zustände wie zur Zeit vor dem Aufstand wieder hergestellt. Der Troppauer Landadel erkennt Carl von Liechtenstein als Herzog an und huldigt ihm 1622. Carl von Liechtenstein wird 1623 auch Herzog von Jägerndorf und Statthalter des Königs Ferdinand in Böhmen.

Während des folgenden 30-jährigen Krieges wird Troppau von dänischen, kaiserlichen und schwedischen Truppen eingenommen und gebrandschatzt. Noch während des Krieges wird Troppau rekatholisiert. 1625 beruft Carl von Liechtenstein die Jesuiten als Träger der Gegenreformation in die Stadt. Sie gründen 1630 das Troppauer Gymnasium, aus dem zahlreiche berühmte Persönlichkeiten hervorgegangen sind. Im gleichen Jahr beendet das von Rat und Gemeinde beschworene Religionsstatut das protestantische Leben in der Stadt.
Im Westfälischen Frieden 1648 wird für ganz Oberschlesien die öffentliche protestantische Religionsausübung untersagt, die Protestanten werden aber nicht zur Auswanderung gezwungen.

Nach den Schrecken des 30-jährigen Krieges erleben die böhmischen Länder eine Friedenszeit von fast 100 Jahren. In dieser Zeit wetteifern Kirche, Adel, aber auch reiche Bürger und Bauern in der Neu- oder Umgestaltung ihrer Kirchen, Klöster, Schlösser und Häuser im lebensfrohen Barockstil. In Troppau wird 1675 die Jesuitenkirche St. Georg mit zugehörigem Kolleg erbaut, die älteren Kirchen, Probstei- und Minoritenkirche, erhalten barocke Innenausstattungen, die Minoritenkirche auch eine Barockfassade. Adelspalais enstehen in der Herrengasse, Landschlösser u.a. in Deutsch-Krawarn und Freudenthal.

Im Dezember 1740 fällt der preußische König Friedrich II mit seiner Armee in Schlesien ein und besetzt mehr oder weniger kampflos den Großeil des Landes. Damit wird Schlesien für 11 Jahre zum Kriegsschauplatz. Im Friedensschluss von Breslau 1742, nach dem ersten Schlesischen Krieg, muss Österreich ganz Niederschlesien und den Großteil von Oberschlesien an Preußen abtreten. Nur die Herzogtümer Teschen, Troppau und Jägerndorf bis zur Oppa sowie ein Teil des Breslauer Bistumslandes Neiße bleiben österreichisch. Daran ändert der zweite Schlesische Krieg und der Siebenjährige Krieg nichts mehr.

Durch die Oppagrenze wird Leobschütz vom Troppauer Land abgeschnitten. Troppau gerät dadurch in eine Insellage als vorwiegend deutsche Stadt umgeben von fast lauter tschechischen Dörfern. Insgesamt wird durch den Verlust des Großteils von Schlesien der Anteil der deutschsprachigen Bevölkerung in der Österreichischen Monarchie auf etwa 23% heruntergedrückt.  
 
Die bei Böhmen und Österreich verbliebenen Teile Schlesiens werden von der Kaiserin Maria Theresia zu einem Kronland unter dem alten Namen ''Herzogtum Ober- und Niederschlesien'' zusammengefasst, mit Sitz des königlichen Amtes in Troppau. Kaiser Josef II führt 1781 in Österreich und Schlesien wichtige Reformen ein, u.a. die freie Religionsausübung und die Abschaffung der Leibeigenschaft. Im Zuge der Zentralisierung werden 1782 die Verwaltungen Mährens und Schlesiens zu einem gemeinsamen Gubernium in Brünn zusammengefasst. Der schlesische Adel hat aber weiterhin seine politische Vertretung im Troppauer Landtag.
Mit den josfinischen Verwaltungsreformen wird 1755 wieder Deutsch die Amtssprache im Herzogtum Troppau, aber der Schulunterricht erfolgt in der jeweiligen Sprache des Schulortes. Die theresianischen und josefinischen Reformen machen schließlich aus dem ''böhmischen'' ein ''österreichisches'' Schlesien.

Am Anfang des 19. Jahrhunderts werden die Troppauer Befestigungsanlagen, Wälle, Gräben und Stadttore beseitigt und durch eine zusammenhängende Parkanlage rund um den alten Stadtkern ersetzt. Im Herbst 1820 findet in Troppau ein Kongress der Heiligen Alianz statt, an dem Kaiser Franz I von Österreich, Zar Alexander I von Russland und König Friedrich Wilhelm III von Preußen sowie Vertreter Englands und Frankreichs teilnehmen.

Im Revolutionsjahr 1848 wird auf Antrag des gewählten schlesischen Abgeordneten im Wiener Reichstag Hans Kudlich aus Lobenstein die Abschaffung der Robotpflicht der Bauern und die Befreiung ihres Bodens von Servituten beschlossen. 1850 erhält Österreichisch-Schlesien wieder den Rang eines eigenständigen Kronlandes mit eigener Landesverwaltung und einem vom Kaiser ernannten Statthalter. Eine staatliche Beamtenschaft mit dem Landespräsidenten in Troppau an ihrer Spitze ersetzt die fürstlichen Verwaltungen. Fürsten und Adelige haben nur noch den Status privater Grundbesitzer. Der Begriff ''Herzogtum Troppau'' verliert seine staatsrechtliche Bedeutung.

Während Oberschlesien im 18. Jahrhundert führend in der Herstellung von Textilien war, steigt das Land zu Beginn des 19. Jahrhunderts aufgrund seiner reichlichen Kohlevorkommen zum führenden Gebiet der Schwerindustrie auf. Im österreichischen Teil Oberschlesiens setzt diese Entwicklung 1828 mit dem Bau der ''Rudolfshütte'' in Witkowitz/Vitkovice ein, in der Eisenerz aus dem Beskidenvorland mit Hilfe von Kohle aus den Gruben von Ostrau/Ostrava verhüttet wird. Das Gebiet von Ostrau/Witkowitz wächst rasch zum größten Montanbereich Österreichs. Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts hat es in der Einwohnerzahl das nahe gelegene Troppau überflügelt. Dennoch bleibt Troppau der kulturelle Mittelpunkt des Landes.

Die industrielle Entwicklung in Oberschlesien wird durch den Bau von Eisenbahnlinien unterstützt. 1836 beginnt in Österreich der Bau der ''Nordbahn'' von Wien über die Mährische Pforte nach Krakau, in Deutschland 1841 der Bau der ''Oberschlesischen Bahn'' von Breslau über Brieg und Oppeln nach Myslowitz. Beide Linien werden in Oderberg miteinander verknüpft, sodass 1848 ein durchgehender Schienenweg von Wien nach Berlin entsteht.
1855 wird Troppau an diese Bahnlinie angeschlossen.

Der verlorene Krieg gegen Preußen 1866 und das erzwungene Ausscheiden Österreichs aus dem Deutschen Bund schwächte das Deutschtum und verstärkt das Bestreben nach Eigenständigkeit der anderen Völker im Habsburgerreich, zunächst der Ungarn, dann auch der Tschechen. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erlebt die tschechische Sprache und Kultur in den Böhmischen Ländern eine ''Wiedergeburt'', während die zahlenmäßig schwächere deutsche Bevölkerung in eine Verteidigungshaltung gedrängt wird. Streitpunkt ist die Verwaltungssprache und im Zusammenhang damit das Schulwesen. 1877 wird in Troppau der tschechische Kulturverein Matice opavska gegründet. Er fördert die Verbreitung tschechischen Schrifttums, gründet tschechische Volksschulen und 1883 ein tschechisches Gymnasium.  Die entsprechenden deutschen Vereine waren der 1880 gegründete Deutsche Schulverein und der 1894 in Troppau gegründete Schutzverein Nordmark mit dem Ziel,''in Schlesien deutsch erhalten, was deutsch ist''.

Im 1. Weltkrieg ist Troppau Lazarettstadt. Nach der Kapitulation Österreich-Ungarns und der Ausrufung der Tschechoslowakischen Republik in Prag ruft die Schlesische Landesversammlung am 30.10.1918 die Provinz Sudetenland als Teil Deutsch-Österreichs mit der Hauptstadt Troppau aus. Am 18.12.1918 besetzt tschechisches Militär die Stadt und die Regierung in Prag setzt einen tschechischen Landespräsidenten des Landes Schlesien ein. Im Januar 1919 entlässt die tschechische Landesregierung  den bisherigen deutschen Bügermeister Walther Kudlich, löst den Gemeinderat auf und ersetzt sie durch einen Kommissar und eine Verwaltungskommission. Im Vertrag von St.~Germain muss Österreich die Abtreteung der sudetendeutschen Gebiete anerkennen.

1924 besucht der erste Staatspräsident der tschechoslowakischen Republik, T.G.Masaryk, Troppau. Die Stadt weigert sich, mit der tschechischen Staatsfahne zu beflaggen. Troppau verliert deshalb die Selbstverwaltung und wird der Bezirkshauptmannschsft unterstellt. Gegen den Willen der deutschen und tschechischen Bevölkerung wird 1928 das Land Schlesien mit Mähren vereinigt und die meisten Landesämter von Troppau nach Brünn verlegt. 1936 besucht Präsident Benesch Troppau und hält auf dem Oberring eine programmatische Rede. Im Münchner Abkommen vom 29.9.1938 werden die mehrheitlich deutschsprachigen Gebiete der Tschechoslowakei an das Deutschen Reich angeschlossen. Am 8.10.1938  ziehen deutsche Truppen in Troppau ein. Troppau wird Hauptstadt des gleichnamigen Regierungsbezirks im Reichsgau Sudetenland.

Im 2. Weltkrieg ist Troppau wieder Lazarettstadt, am Ende des Krieges auch hart umkämpfte Festung. Im Februar 1945 wird die Zivilbevölkerung evakuiert. Brandbomben und Artilleriebeschuss zerstören einen Großteil der Innenstadt. Am 22.4.1945 wird die Stadt nach wochenlangen Kämpfen von russischen Truppen eingenommen. In der wiedererstandenen Tschechoslowakei wird die deutsche Bevölkerung entrechtet, ihr Besitz enteignet, in Zwangsarbeitslager gesperrt und schließlich vertrieben.

Nach dem Krieg werden das Schlesische Theater, das Schlesische Museum, die Jesuiten- und die Minoritenkirche wiederhergestellt, aber auch viele beschädigte Gebäude z.B. am Oberring oder in der Ratiborer Straße abgerissen. Nach der Wende 1989 werden auch die Fassaden der Bürgerhäuser erneuert, sodass die Stadt jetzt ihr früheres freundliches Aussehen wiedergewonnen hat. 1991 erhält Troppau eine Universität. Seit 1996 ist Troppau zusammen mit Ostrau Bischofssitz der Dözese Ostrau/Troppau.

Quellen:

Wolfgang Wann, ''Kurzgefasste Heimatchronik'', in ''Unser Troppau'' - Ein Heimatbuch, herausgegeben von Rudolf Mader, Bamberg 1950
- ''Das älteste Troppau'', Zur Entstehungsgeschichte der Stadt, Troppauer Heimat-Chronik,
296, 196, (1974)
- ''Festvortrag zur Geschichte Troppaus'', ebd. 298, 252, (1974)
Paul Buhl, ''Troppau von A bis Z'' -  Ein Stadtlexikon,  Aufstieg-Verlag München, 1973
- ''Troppau'', Die ehemalige Landeshauptstadt Österreichisch-Schlesiens in 200 Bildern,
Aufstieg-Verlag München, 1979
Ernst Schremmer, ''Troppau - Schlesissche Hauptstadt zwischen den Völkern und Grenzen'',
Westkreuz-Verlag Berlin/Bonn 1984
Elmar Seidl, ''Das Troppauer Land zwischen den fünf Südgrenzen Schlesiens'',
Grundzüge der politischen und territorialen Geschichte bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts,
Gerhard Hess Verlag, Ulm/Donau 1996