Heimatkreisgemeinschaft Troppau
Troppau / Opava
Hausner-Stiftung

Hausner-Stiftung

7. Verleihung der Preise für heimatpolitischen, kulturellen und wissenschaftlichen Einsatz

Im Rahmen einer Festveranstaltung, die am Freitag, 13.12.2013 im Sudetendeutschen Haus in München stattfand, ehrte die Hausner-Stiftung Dr. Werner Nowak, Landesobmann der SL in Baden-Württemberg, und Pfr. Dr. Wolfgang Stingl, Diözesan-Vertriebenenseelsorger des Bistums Mainz. Zu dieser Feier war auch Frau Hermine Hausner aus USA gekommen. Sie ist die Witwe von Karl Hausner, der am 19.06.2004 im Alter von 75 Jahren nach schwerer Krankheit in USA verstorben ist.

Karl Hausner, 1929 in Schwansdorf geboren, musste 16-jährig in den Kohlengruben von Mährisch Ostrau unter Tage schwer arbeiten. Eine Augenentzündung, die damals nicht behandelt werden durfte, führte dazu, dass er mit 40 Jahren erblindete. Bereits 1952 wanderte Karl Hausner zusammen mit seiner aus der Nähe von Landskron stammenden Frau Hermine nach USA aus. In der neuen Heimat brachten es die Eheleute Hausner durch Ideenreichtum und Fleiß zu Wohlstand und Ansehen. Dabei vergaßen sie nie ihre alte Heimat, obwohl beide 1945 dort ein schweres Schicksal erleiden mussten. Die Rettung unseres sudetendeutschen Kulturgutes war für sie ein Herzensanliegen. In den vergangenen Jahrzehnten konnten sie Vieles bewirken, u. a. auch die Renovierung von Kirche, Friedhof und Kriegerdenkmal in Schwansdorf. (In der November-Folge 2013 der THC war ein Foto vom renovierten Eingang zum Friedhof Schwansdorf zu sehen, das Frau Hausner aufgenommen hatte.) Höhepunkt ihres Einsatzes aber bildete 2002 die Gründung der Hausner-Stiftung.

Was ist die Hausner-Stiftung?

Sie ist eine neue Einrichtung zur Förderung sudetendeutscher Kulturarbeit. „Zweck der Stiftung ist, die kulturelle Identität der deutschen Vertriebenen aus Böhmen, Mähren und Sudetenschlesien vor dem Hintergrund der christlich-abendländischen Kultur und ihrer Rechtstradition zu erhalten und das friedliche Zusammenleben der Völker und Volksgruppen in diesen Gebieten und in Deutschland zu fördern.“ (siehe THC 2003 S. 95).

Der Stiftungszweck wird u. a. durch folgende Maßnahmen verwirklicht: Restaurierung und Pflege von Denkmälern, Sammlung und Ausstellung von Kunstgegenständen, Pflege des heimatlichen Brauchtums. Unterstützung von wissenschaftlichen und volkskundlichen Arbeiten, Unterstützung von Maßnahmen zur Völkerverständigung, Förderung von Paten- und Partnerschaften zwischen deutschen Gemeinden und Gemeinden in Böhmen, Mähren und Sudetenschlesien.

Hannelore Anderl


Festveranstaltung der Hausner-Stiftung

Am Freitag, 11. Dezember 2015 um 18.00 Uhr fand im Salesianum München die jährliche Festveranstaltung der Hausner-Stiftung Deutschland statt. Gerne bin ich der persönlichen Einladung von Frau Hermine Hausner nach München gefolgt. So konnte ich die Gelegenheit nutzen, um mich noch einmal persönlich bei Herrn Dr. Mirtes, dem Vorstand der Hausner-Stiftung Deutschland und bei Frau Hausner für die Zuwendung von 1000 Euro zu bedanken, die die Heimatbezirksgruppe Wigstadtl 2014 erhalten hatte. Damit konnte im Juni 2014 das Projekt „Gedenkplatten für die Gemeinden des Gerichtsbezirks Wigstadtl“ an der „Straße der deutsch/tschechischen Verständigung“ am Roten Berg bei Guntramovice/Gundersdorf verwirklicht werden.

Bei der Feier, an der etwa 100 Personen teilnahmen, (darunter auch Herr Heinz Miliczek, ebenfalls persönlich von Frau Hausner eingeladen) wurden zwei Personen für ihr Lebenswerk geehrt, die sich im Sinne der Satzung der Hausner-Stiftung verdient gemacht haben. Der eine Preisträger war durch Krankheit verhindert, doch Frau ­Dietlinde Jenisch vom „Schönhengster Heimatbund e.V.“ konnte die von Frau Hausner überreichte Ehrenurkunde persönlich entgegennehmen. Ihr Laudator würdigte den jahrzehntelangen ehrenamtlichen Einsatz der ehemaligen Lehrerin in den verschiedensten Gliederungen der Sudetendeutschen Landsmannschaft. Heute engagiert sich Frau Jenisch im „Schönhengster Heimatbund e. V.“, der im Oktober 2015 in Göppingen das Jubiläum „60 Jahre Patenschaft der Stadt Göppingen über die Heimatlandschaft Schönhengst“ mit einer Festveranstaltung im Rathaus der Stadt begehen konnte.

Die Heimatbezirksgruppe Wigstadtl gratuliert Frau Jenisch herzlich zu dieser Ehrung durch die Hausner-Stiftung. Über die Anwesenheit von Frau Jenisch und ihrer Schwester bei unseren Wigstadtler Heimattreffen in Göppingen, zuletzt im Juli 2015, haben wir uns immer sehr gefreut. Zeigt dies doch die freundschaftliche Verbundenheit der Schönhengster mit uns Landsleuten aus Wigstadtl und den Gemeinden des Bezirks.

Hannelore Anderl